Visitenkarten Format

Übliche Visitenkarten Formate und ausgefallene Varianten

Übliches Format

Das in Deutschland am häufigsten anzutreffende und - insbesondere von Onlinedruckereien - angebotene Format für Visitenkarten ist rechteckig proportioniert und hat die Maße 85 mm x 55 mm, was in etwa 3,5 inch x 2,0 inch (Maßeinheit z.B. in den USA) entspricht.

Das Seitenverhältnis entspricht dann ca. 1,545 zu 1. Dies ist ein Richtwert, der sich in der Praxis etabliert hat, eine einheitliche Norm für die professionelle Erstellung ist dies nicht und eine solche ist auch nicht zwingend vorgegeben. Bei der Wahl des Formats von Visitenkarten gilt also eine gewisse künstlerische Gestaltungsfreiheit.

ISO/IEC 7810, ID-1

Wie bereits erwähnt, stellt das weit verbreitete Maß von 85 mm zu 55 mm keine notwendige Bedingung zur Gestaltung von Visitenkarten dar. Es gibt also noch weitere Maße, die zumindest als Orientierungshilfe bei der Vorbereitung von Visitenkarten nützlich sein können.

So kommt das ISO-genormte Standardformat für Bank- oder Kreditkarten dem oben genannten, von Druckereien häufig angebotenen Format sehr nahe: Es ist mit 85,60 mm × 53,98 mm wohldefiniert, was einem Seitenverhältnis von 1,586 zu 1 entspricht. Auch dieses Format wird häufig beim Design von Visitenkarten verwendet und bewährt sich im Praxiseinsatz, da z.B. auch Portemonnaies oder Handtaschen auf die Mitführung von Karten und Ausweisen in diesem Format ausgerichtet sind und ebenso Visitenkarten aufnehmen können.

Der Goldene Schnitt

Einige Designer vertreten die Ansicht, dass das mathematische Phänomen des goldenen Schnitts eine bessere, intuitivere Proportionierung für eine Visitenkarte darstellt, wenngleich das Seitenverhältnis von 85:55 dem Goldenen Schnitt bereits nahe kommt.

Nach Wikipedia ist der Goldene Schnitt folgendermassen definiert:

"Als Goldenen Schnitt (...) bezeichnet man (...) [das, Red.] Teilungsverhältnis einer Strecke (...), bei dem das Verhältnis des Ganzen zu seinem größeren Teil (...) dem Verhältnis des größeren zum kleineren Teil (...) entspricht."

Die sich daraus ergebende Zahl heisst Goldene Zahl, ist Teil der Menge der irrationalen Zahlen und wird oft mit Phi oder auch mit Tau bezeichnet. Als rationale Zahl wird sie ungefähr von 1,618 repräsentiert. Dies entspricht bei ihrer Anwendung dem Verhältnis der längeren Kante zur kürzeren Kante einer Visitenkarte.

Das historische Buchformat Oktav ist in diesem Format angelegt. Genauso wird der Goldene Schnitt und mathematische Varianten davon als wesentliches Element einer Reihe als ästhetisch geltender Kunstwerke in Architektur und bildender Kunst verstanden oder zumindest diskutiert.

Allerdings handelt es sich hier um eine Information zum Seiten-Verhältnis, eine konkrete Kanten-Länge ist damit noch nicht bestimmt. Diese Aufgabe (Entscheidung für eine konkrete Kantenlänge) kommt also bei der Entscheidung für den goldenen Schnitt noch hinzu.

Ausrichtung im Hoch- und Querformat

Die Schrift auf Visitenkarten wird zumeist so ausgerichtet, dass sie im Querformat abzulesen ist, aber auch die Ausrichtung für das Ablesen im Hochformat wird praktiziert, stellt aber nach wie vor einen Sonderfall dar. Bei der Planung des Designs sollte man bedenken, dass Karten immer auch mit Bürowerkzeugen wie einer Visitenkartenrollkartei einfach und effektiv hand zu haben sein sollten. Das Hochformat birgt für solche Anwendungsfälle oft besondere Schwierigkeiten, insofern sollte man alle Argumente sehr genau prüfen, wenn man plant, seine Karten im Hochformat auszurichten. Die Vorteile des Außergewöhnlichen, Auffälligen, mit dem man sich bei der Verwendung des Hochformats sicherlich immernoch von der Masse abhebt, können schnell egalisiert sein und sich ins Gegenteil verkehren.

Nutzung der Rückseite

Der Standardfall ist die einseitige Bedruckung einer Visitenkarte. Alle Informationen, die der Herausgeber auf seiner Karte mitteilt, sind ohne die Notwendigkeit zum Wenden auf einen Blick ablesbar.

Auch doppelseitig bedruckte Visitenkarten werden herausgegeben. Dabei kann die Information redundant abgebildet werden, Kartenvorder- wie -rückseite enthalten dann dieselben Angaben, zum Beispiel im identischen Design. In diesem Fall spielt es keine Rolle, von welcher der beiden Seiten der Empfänger die Karte liest. Allerdings wird dies ggf. bei dem einen oder anderen Rezipienten auch eine gewisse Irritation auslösen. Es muss nicht zwingend als nützlich verstanden werden, insbesondere, weil diese Form der doppelseitigen Bedruckung nicht üblich ist.

Auf der Rückseite einer Visitenkarte können aber auch weitergehende, andere Informationen, über die Angaben auf der Vorderseite hinaus, abgebildet werden. Denkbar ist zum Beispiel das Bedrucken mit einem QR-Code, einer Anfahrtskizze oder mit einer Werbenachricht.

Bei der Nutzung der Rückseite für textuelle oder grafische Kommunikation sollte man immer bedenken, dass schwere Papiersorten wie Visitenkartenkarton auf der Vorderseite oftmals eine andere Oberflächenstruktur aufweisen als auf ihrer Rückseite. Es steht zu prüfen, inwieweit der gewünschte Kommunikationseffekt auf der Rückseite mit der dort zur Verfügung stehenden Papierstruktur im Einklang steht. Ggf. kann es dann sinnvoll sein, eine andere Papiersorte für seine Visitenkarten zu wählen.

4-seitige Visitenkarten, Klappkarten

Auch vierseitige Visitenkarten zum Aufklappen sind im Geschäftsalltag anzutreffen, stellen aber nicht die Regel dar. Ihre Maße entsprechen im zugeklappten Zustand in der Regel dem Standardformat von Visitenkarten (s.o., also 85 mm x 55 mm). Sie lassen sich aber wie eine Broschüre über eine Falz an einer ihrer Kanten öffnen bzw. aufklappen und können damit eine doppelt so große Kommunikationsfläche bereitstellen.

Im geöffneten oder aufgeklappten Zustand haben sie eine Grundfläche von ca. 170 mm x 55 mm (Falz entlang einer kurzen Kante) oder 85 mm x 110 mm (Falz entlang einer langen Kante). Die Nutzfläche entspricht damit zwei nebeneinander liegenden Visitenkarten. Zu den Maßen ist je nach Produktionsweise noch Fläche für die Falz hinzuzurechnen (1 bis 2 mm Falzbreite), um die Bruttofläche zu kennen.